Wie die jetzige Klimapolitik die Wirtschaft in Deutschland gefährdet !

Die SGV klärt auf!

ein Artikel von Silvana Stiewe (02.2022)

Die Stahlproduktion ist ein wichtiger Zweig der deutschen Wirtschaft. Weltweit ist Deutschland der siebtgrößte und innerhalb der EU der größte Rohstahlhersteller. Rund 84 000 Menschen sind in der Stahlindustrie beschäftigt. Umso wichtiger ist es, dass die Stahlindustrie in Deutschland erhalten bleibt.

Um die Klimaziele der Bundesregierung bis 2050 zu erreichen, stellen immer mehr Stahlhersteller wie z.B. ThyssenKrupp ihren Herstellungsprozess von Hochöfen, die zumeist mit Kokskohle betrieben werden auf CO2-ärmere Verfahren wie die Direktreduktion um. Die Herstellung von DRI (direct reduced iron) erfolgt unter Verwendung von Erdgas oder Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Der so hergestellte Eisenschwamm wird dann in Hochöfen oder in Elektrolichtbogenöfen weiterverarbeitet.

Dabei werden werden Treibhausgase sowohl durch die Direktreduktion als auch bei der Weiterverarbeitung eingespart.

Soweit so gut.

Doch woher soll das Erdgas oder der Wasserstoff für die Stahlindustrie kommen?
Wasserstoff lässt sich u.a. durch Hydrolyse herstellen, was aber enorme Strommengen benötigt.

Die Preise für Strom und Erdgas sind auch für die Industrie stark angestiegen.
Deutschland liegt vor Dänemark und Belgien auf Platz 1 in Europa bezüglich der Strompreise.

Der Erdgas- und Wasserstoffbedarf für die Stahlindustrie kann durch Deutschland allein nicht gedeckt werden. Wasserstoff soll durch das Projekt „H2 Global“ zu Verfügung gestellt werden. Bei diesem Projekt werden durch ein privates Unternehmen (HINT.CO) Wasserstoff und Wasserstoffderivate aus nicht-EU-Ländern zum geringstmöglichen Preis eingekauft, um dann an deutsche und europäische Unternehmen in Auktionen gewinnbringend zum höchstmöglichen Preis verkauft zu werden. Das Projekt wird mit 900 Millionen Euro vom deutschen Staat für 10 Jahre bezuschusst. Auch hier zeichnet sich ab, dass die Energiewende nicht billig werden wird. Ohne signifikanten Ausbau der erneuerbaren Energien, wird es schwer den Strombedarf zu decken, wodurch der Strompreis weiterhin auf einem Rekordhoch verbleiben wird.

Als Konsequenz der enormen Energiekosten in Deutschland wäre es möglich, dass deutsche Stahlunternehmen eher in Frankreich oder anderen EU-Staaten, in denen die Energiepreise niedriger sind, produzieren.
Sollte dies eintreten, stehen tausende Arbeitsplätze in Deutschland auf dem Spiel.

Mögliche Lösungsansätze :

Die Gas- und Strompreise müssen auf ein niedriges Niveau gebracht werden, um die Wirtschaftlichkeit der deutschen Unternehmen zu stärken. Etwa ein Viertel des Strompreises sind Steuern und Abgaben. Ähnlich sieht es beim Erdgaspreis aus. Daher ist es wichtig, die Abgaben zu senken und sicherzustellen, dass die Absenkung der Abgaben auch an die Industrie weitergegeben werden. Ausbleibende Steuereinnahmen könnten dadurch kompensiert werden, indem man man endlich die Umsätze in Deutschland von Google, Amazon, etc. so besteuert, wie deutsche Unternehmen besteuert werden.

Anstatt des „H2 Global“ Projekts ist es sinnvoller, die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland, z.B. durch Gewinnung von Wasserstoff aus Müll oder durch Power-to-Gasanlagen voran zu treiben.
Durch die Inbetriebnahme der 2021 fertig gestellten Pipeline Nordstream 2 würde der Gaspreis reduziert und die deutsche Wirtschaft gestärkt.